In den vergangenen Wochen war es medial etwas still um mich. Beruflich hatte ich alle Hände voll zu tun, und der kurzfristig angepasste Rennkalender brachte zusätzliche Herausforderungen mit sich. Denn vom Motocross allein lässt sich leider kein Brot verdienen. Die beruflichen Verpflichtungen beeinflussen mich stärker, als mir lieb ist, und schränken mein Hobby deutlich ein. Das führt zu wenig Trainingszeit auf und neben dem Motorrad.
Beim Rennen in Muri standen über 15 ausländische, eingeladene Gastfahrer am Start – eine beeindruckende Kulisse für die Zuschauer, doch für uns Schweizer Fahrer war das ernüchternd. Die Streckenbedingungen waren schnell und einspurig, was Überholmanöver und spannende Zweikämpfe stark erschwerte. Aufgrund der fehlenden Trainingszeit fühlte ich mich auf der 250er-Maschine wohler und entschied mich, die nächsten Rennen auf dem kleineren Motorrad zu bestreiten.
In Cossonay herrschten beste Bedingungen: Das Streckenlayout und die Verhältnisse boten viel Spaß und Action. Leider musste der erste Lauf nach nur zehn Minuten wegen eines Unwetters abgebrochen werden – ein Neustart fand nicht statt und es gab keine Wertung. Im zweiten Lauf sicherte ich mir mit der 250er zwischen den „Big Boys“ den 13. Platz, womit ich sehr zufrieden war.
Zum Auftakt der National-Meisterschaft in Trachslau erwartete uns eine kleine, aber anspruchsvolle Strecke. Im ersten Lauf verpasste ich den Sieg nur knapp. Im zweiten Lauf stürzte ich gleich zu Beginn, konnte mich aber von ganz hinten bis auf Platz fünf vorarbeiten. Insgesamt war ich mit meiner Leistung zufrieden.
Nach Trachslau folgte die Hiobsbotschaft: Die beiden National-Kategorien werden mit sofortiger Wirkung zusammengelegt. Mitten in der Saison wurde der Kalender und das Reglement kurzfristig geändert. Statt sechs Rennen sind es nun zehn, statt einzelner Renntage gibt es Doppelveranstaltungen – und es wird nun nicht mehr nur gegen Fahrer aus der eigenen Klasse gefahren.
Die Bedingungen in Ederswiler und Broc waren miserabel. Entweder wurde die Strecke nicht gewässert, sodass der Staub die Sicht unmöglich machte, oder es wurde an den falschen Stellen bewässert, sodass aus einer trockenen Strecke eine Schlammschlacht wurde – aus meiner Sicht keine zumutbaren Verhältnisse. Zudem litt ich am Rennwochenende in Broc unter einem Magen-Darm-Virus, was die Situation nicht einfacher machte. Grundsätzlich ist der Speed da, das zeigen die Resultate leider momentan nicht.